Im Fels verankert und auf der Insel schwebend: Der neue Aaresteg zwischen Bremgarten und dem Zehendermätteli übersetzt die Asymmetrie der Landschaft in eine klare statische Geste.
Auf der Bremgartner Seite verankert sich das Tragwerk im Fels, auf dem Zehendermätteli liegt der Steg nur leicht auf. Zwei sanfte Kurven prägen den Längsschnitt: Die konkave Linie nimmt die Zugkräfte auf, die konvexe folgt der Druckzone des geschlossenen Stahlhohlkastens. Gemeinsam bilden sie das Momentendiagramm nach; in Flussmitte, am Momenten-Nullpunkt, kreuzen sie sich, und der Steg erreicht seine grösste Schlankheit. Die Zugbänder aus vollen Stahlprofilen führen die Tradition der Berner Kettenbrücken weiter, des Altenbergstegs (1857) und des Schönaustegs (1906). Zur Mitte hin sinken sie unter den Handlauf, und der Blick über die Aare öffnet sich vollständig; eine leichte linsenförmige Aufweitung des Decks lädt dort zum Verweilen ein. Der wetterfeste Stahl braucht keine Beschichtung und kann nach der Nutzungsdauer vollständig wiederverwertet werden.




